Eltern möchten ihre Kinder gleich behandeln, damit es keinen Streit unter den Geschwistern gibt. So geben viele ihren Kindern zu Lebzeiten Werte, welche zum Zeitpunkt der lebzeitigen Zuwendung in der Höhe gleich oder fast gleich sind. Dennoch kann es zu Problemen kommen. Wie man das verhindert, das erfahren Sie auszugs- und beispielsweise hier. Die nachfolgenden Bemerkungen ersetzen keine individuelle Beratung. Sie sind aus Verständniszwecken vereinfacht dargestellt und nehmen keine Vollständigkeit in Anspruch.

Das schleichende Unheil lebenszeitiger Zuwendungen – Warum Ihre Nachlassplanung eine Zeitbombe sein könnte

Einleitung

In einer idealen Welt, wo alle Vermögenswerte ihren Wert behalten und niemand unerwartete Ausgaben hat, könnte die Aufteilung des Erbes gleichmässig und ohne Konflikte erfolgen. Doch wir leben nicht in einer idealen Welt. Wie Martin und Helen in unserem hypothetischen Szenario entdecken, können selbst die besten Absichten, das Vermögen unter den Kindern gleichmässig aufzuteilen, zu unvorhergesehenen Ungleichheiten führen.

Auszug aus einem möglichen Dialog zwischen den Klienten Martin und Helen und dem Anwalt Hans

Hans: Hallo, Martin, Hallo, Helen. Ihr scheint euch Sorgen zu machen. Ihr habt mich um einen Termin gebeten, um über die Vermögensverteilung zu sprechen?

Martin: Ja, Hans. Helen und ich haben viele schlaflose Nächte gehabt und uns Gedanken über die Zukunft unserer Kinder gemacht. Um sicherzustellen, dass sie fair bedacht werden, haben wir bereits einige Vorkehrungen getroffen. Peter erhielt unser Haus zum halben Marktpreis, also für 500’000 Franken statt 1’000’000 Franken. Klaus haben wir Gold im Wert von 500’000 Franken gegeben und Emily erhielt 500’000 Franken, um ihre Schulden abzubauen.

Hans: Das ist wirklich sehr grosszügig von euch. Aber ich sehe ein potentielles Problem, das ihr vielleicht noch nicht bedacht habt.

Helen: Helen spürt eine gewisse Unruhe in ihrer Stimme. „Was genau meinst du, Hans?“

Hans: Nun, der Wert einer Schenkung wird zum Zeitpunkt des Todes des Schenkers oder der Erbteilung berechnet, jedenfalls nicht zum Zeitpunkt der Schenkung. Angenommen, der Wert des Hauses von Peter erhöht sich aufgrund der Marktentwicklung auf 2’000’000 Franken. Klaus‘ Gold könnte auf 400’000 Franken gesunken sein und Emily hat zwar ihre Schulden beglichen, aber sie verfügt über kein weiteres Vermögen. In diesem Fall würde bei der Erbteilung so gerechnet, als hätte Peter bereits 1’000’000 Franken aus dem Erbe erhalten, Klaus 400’000 Franken und Emily nichts. Es könnte damit sein, dass vor allem Peter die Geschwister auszahlen müsste, obwohl anfangs alle gleich viel erhalten hätten. Dies könnte dazu führen, dass Peter das Haus stark belasten oder sogar verkaufen muss, um die Ausgleichszahlungen leisten zu können.

Martin: Martin schluckt. Er hatte die Komplexität dieser Angelegenheit nicht vollständig bedacht. „Das wäre tatsächlich ein grosses Problem. Gibt es eine Möglichkeit, so etwas zu vermeiden?“

Hans: Ja, eine Möglichkeit besteht darin, einen Erbvertrag abzuschliessen. In diesem Vertrag könnten alle Beteiligten vereinbaren, dass sie auf ihre Pflichtteilsrechte und Ausgleichsansprüche verzichten. Auf diese Weise würden die ursprünglichen Leistungen saldiert und bei der Erbteilung später nicht mehr berücksichtigt werden.

Helen: „Das klingt nach einer Lösung. Wir möchten auf keinen Fall, dass Streitigkeiten in der Familie entstehen.“

Martin: „Wir werden das unbedingt mit Peter, Klaus und Emily besprechen und sicherstellen, dass sie alle einverstanden sind. Danke für deine klaren Worte und Ratschläge, Hans. Wenn die Kinder einverstanden sind, melden wir uns bei Dir.“

Hans: „Kein Problem, Martin und Helen. Es ist immer besser, solche Dinge frühzeitig zu klären. Ich stehe euch jederzeit zur Verfügung, wenn ihr weitere Hilfe benötigt.“

Zusammenfassung

Lebenszeitige Zuwendungen können zu unerwarteten Ungleichheiten und potenziellen Konflikten zwischen Erben führen, wenn der Wert der Schenkungen zum Zeitpunkt des Todes des Schenkers oder der Erbteilung berechnet wird. Ein Erbvertrag, in dem alle Beteiligten auf ihre Pflichtteilsrechte und Ausgleichsansprüche verzichten, könnte eine praktikable Lösung sein, um diese Ungleichheiten und potenzielle Streitigkeiten zu vermeiden.

Auflistung der möglichen Probleme / Lösungen

Probleme:

  1. Unterschiedliche Wertentwicklung der Geschenke: Peters Haus könnte im Wert steigen, während Klaus‘ Gold sinkt.
  2. Emily hat durch die Schenkung ihre Schulden abgebaut und verfügt somit über kein zusätzliches Vermögen.
  3. Peter könnte gezwungen sein, das Haus zu belasten oder sogar zu verkaufen, um die Geschwister auszahlen zu können.

Lösungen:

  1. Abschluss eines Erbvertrags, in dem alle Beteiligten auf ihre Pflichtteilsrechte und Ausgleichsansprüche verzichten.
  2. Auf diese Weise würden die ursprünglichen Leistungen saldiert und bei der Erbteilung später nicht mehr berücksichtigt.

Jetzt handeln

Das Nachlassrecht kann komplex und verwirrend sein, aber es gibt immer Lösungen, die helfen können, potenzielle Ungleichheiten und Konflikte zu vermeiden. Wenn Sie sich in einer ähnlichen Situation wie Martin und Helen befinden, zögern Sie nicht, professionellen Rechtsrat einzuholen. Ein erfahrener Anwalt kann Ihnen helfen, den besten Weg zu finden, um Ihr Vermögen zu schützen und gerecht auf Ihre Lieben zu verteilen. Kontaktieren Sie uns heute noch, um mehr zu erfahren.

gian.pedolin@schweizer-rechtsanwalt.com
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