Häufige Fragen

Wann ist der richtige Zeitpunkt, mit einem Schweizer Rechtsanwalt Kontakt aufzunehmen?

Eine Regel gibt es nicht. Niemand möchte zu früh zu einem Anwalt, weil die Kosten ja nicht unerheblich sind. Das ist sehr verständlich. Der Rechtssuchende wendet sich meist erst dann an den ausgebildeten Anwalt, wenn er sich selbst fachlich oder zeitlich nicht (mehr) in der Lage sieht, den Fall zu managen. Man kann einen Rechtsfall in der Regel mit einer Schifffahrt eines Ortsunkundigen durch einen Ozean mit unbekannten Untiefen und Klippen vergleichen. Ohne Lotsen ist die Gefahr da, dass man mit dem Schiff aufläuft oder von einer unerkannten Strömung weit vom Kurs abkommt und das Ziel dann nicht mehr erreicht und Schaden erleidet. Wer schon am Hafen einen Lotsen beauftragt, hat die grössere Chance, sein Ziel zu erreichen. Er verringert das Risiko eines Schiffbruchs. Das Recht ist (leider) nicht Mathematik mit grundsätzlich klaren Formeln, sodass der Ausgang eines Falls nicht immer voraussehbar ist. Der Laie erkennt zudem oft zu spät, wenn er nicht von Beginn weg einen Rechtsanwalt zu Rate zieht, dass er sich verstrickt, taktische Fehler macht und/oder das Ziel nicht mehr erreicht und in der Defensive steckt. In diesem Fall ist die rechtsanwaltliche Hilfe dann meist erheblich schwerer, teurer, zeitaufwändiger und bietet oft nicht mehr die Gelegenheit, mehr zu erreichen, als wenn man von Anfang an einen Rechtsanwalt beauftragt hätte. Wie der seemännische Laie den aufkommenden Sturm nicht sieht, da es aus seiner Sicht am Himmel ja wolkenlos ist, so sieht der juristische Laie vielleicht nicht die Gefahren in einem Vertragswerk oder ähnlichem. Es heisst aber noch nicht, dass, wenn man keine Gefahren sieht, diese nicht bestehen. Es lohnt sich nun natürlich grundsätzlich nicht, bei einem Kaufpreis von Fr. 100.00 vorab den Anwalt einzuschalten. Der Anwalt ist sicher teurer als das Produkt selbst. Der Schweizer Rechtsanwalt Gian Reto Pedolin empfiehlt deshalb, dass Sie für sich Grenzen festlegen oder Schwellen definieren, ab welchen Sie die anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen wollen. In einem Gespräch mit dem Anwalt können Sie auch überprüfen, ob es Sinn macht, dem Anwalt einen Auftrag zu erteilen.

Wie teile ich dem Schweizer Rechtsanwalt den Sachverhalt richtig mit? Muss ich ihn über Neuigkeiten informieren?

Sie kennen den Fall, der Rechtsanwalt war nicht dabei. Der Rechtsanwalt kennt dann das abstrakte Recht und die mögliche Vorgehensweise. Die Rechtsanwendung und die strategische Vorgehensweise hängen aber vom Fall ab und damit von der Mitteilung des Falles an den Rechtsanwalt über Sie. Das erste Kapitel bzw. die Einleitung, nämlich die Geschichte, haben Sie zu liefern. Übrigens ist es auch Ihre vom Anwalt nicht immer abzunehmende Aufgabe, das letzte Kapitel (das Ziel, den Ausgang) festzulegen (nach dem Gespräch bzw. im Gespräch mit Ihrem Rechtsanwalt). Oft war man beim Anwalt, hat ihm den Fall geschildert und wendet sich danach, im Gedanken daran, dass sich ja nun der Anwalt der Angelegenheit angenommen hat, dem Alltag zu. Es kann aber sein, dass sich in der Zwischenzeit Veränderungen ergeben, die nur Sie kennen. Dabei sollte man immer auch an seinen Anwalt denken. Man muss sich die Frage stellen, muss er davon Kenntnis erhalten? Im Zweifelsfall ist diese Frage eher zu bejahen.

Wie reiche ich dem Schweizer Rechtsanwalt die Akten richtig ein?

Wenn Sie Akten haben, ist es sinnvoll, wenn Sie diese dem Rechtsanwalt in geordneter Weise so einreichen, dass er sie selbst nicht mehr zeitaufwändig ordnen muss (Kosten). Meist ist es ratsam, die Akten in der Reihenfolge des Entstehens zu ordnen. Das zeitlich Erste zuoberst, das Letzte zuletzt. Meist wird es dann auch in dieser Reihenfolge im Gerichtsfall dem Richter eingereicht. Wenn Sie unsicher sind, ob diese Reihenfolge richtig ist, nehmen Sie bitte zur Klärung dieser Frage mit dem Rechtsanwalt Kontakt auf. Er wird es Ihnen sehr gerne sagen. Diese Auskunft nimmt wenig Zeit in Anspruch, spart Ihnen aber Geld. Eine Rückfrage beim Rechtsanwalt, wie die Akten zu ordnen sind, kann dann Sinn machen, wenn zum Beispiel mehrere Probleme ineinanderspielen (z.B. Problem mit Strassenverkehrsamt und Strafbehörde; Problem mit SUVA und IV, Problem mit Arbeitgeber betreffend Arbeitszeugnis und Überstunden). Dann ist es meist besser, wenn die einzelnen Problembereiche zeitlich geordnet werden. Deshalb: im Zweifelsfall nachfragen!

Wie läuft ein Verfahren ab und wie lange dauert es?

Einmal hängt dies sehr vom nicht immer voraussehbaren Verhalten der Gegenpartei ab und auch, wie stark die Beweise sind, welche man besitzt. Ein Gerichtsverfahren läuft nach genau vorgeschriebenen Stufen ab. Man kann grundsätzlich keine dieser Stufen überspringen, was eine gewisse Dauer eines Prozesses mit sich bringt. Ein Prozess ist vergleichbar beispielsweise mit einer Zugfahrt von Zürich nach Bern oder von Zürich nach Basel, St. Gallen usw. Es gibt auch praktisch keinen Zug, der ohne Halt zum Zielort fährt. Es gibt viele Orte dazwischen. Will man von Zürich nach Basel: Zürich Olten Basel; will man von Genf nach St. Gallen: Genf, Biel, Solothurn, Olten, Aarau, Zürich, Winterthur, Wil, Gossau, St. Gallen). In der Schweiz herrscht noch immer eine Tradition, dass man vor Klageeinleitung unter den Parteien versucht, den Konflikt einvernehmlich zu regeln. Wenn von vorne herein klar ist, dass eine einvernehmliche und aussergerichtliche Streitbeilegung nicht möglich ist oder Gefahr in Verzug ist oder der Mandant dies nicht will, wird natürlich auch der Schweizer Anwalt direkt Klage einleiten. Bei den meisten Prozessen ist ein so genanntes Friedensrichterverfahren (auch Vermittlungsverfahren genannt) vorgelagert, welches oft auch nicht umgangen werden kann. Zweck ist auch hier die Suche nach einer einvernehmlichen Lösung, diesmal mit Hilfe eines behördlichen und neutralen Vermittlers. Das Bedürfnis nach einer schnellen Entscheidung des Konflikts durch eine neutrale Instanz, ein Gericht, scheitert oft an einem langen Prozessverfahren. Die Phase bis zur Entscheidung wird erfahrungsgemäss als belastend empfunden. Meistens wird diese durch den Wunsch, dass einem Gerechtigkeit widerfährt, aufgefangen. Ein “normaler” Prozess kann sich schnell einmal über ein Jahr erstrecken.

Wie sammle und sichere ich die Beweismittel?

Sie kennen das: Recht haben und Recht bekommen ist bekanntlich nicht dasselbe. Es genügt leider nicht, wenn Sie Recht haben und die Gegenpartei im Unrecht ist. Sie müssen es auch beweisen können. Als bewiesen gilt dann nur das, wovon Sie den oder die Richter mittels Zeugenaussagen, Beweisurkunden, Gutachten usw. so überzeugen können, dass er/sie praktisch keine Zweifel mehr an der Richtigkeit Ihrer Behauptung haben kann. Der Gewinn eines Rechtsfalls steht und fällt also in der Regel mit dem Beweis. Wenn der Konflikt schon ausgebrochen ist, dem Anwalt vorgetragen wird oder sogar schon vor Gericht ausgetragen wird, ist es in nicht seltenen Fällen zu spät, dafür noch Beweise zu sammeln und vor allem zu sichern. Deshalb ist es immer ratsam schon für den Fall, dass sich die Entstehung eines Konfliktes abzeichnet oder man sich für den Fall eines Konflikts wappnen möchte, Beweise zu schaffen (zum Beispiel durch Bestätigungsschreiben, Tagebuchführung; letzteres kann eher ein schwaches Beweismittel sein) und zu sichern (beispielsweise durch vorsorgliche Beweissicherungsgesuche). Beim Vorgang der Beweisbeschaffung und Beweissicherung darf natürlich weder gegen vertragliche Pflichten noch gegen Gesetze verstossen werden. So ist das Abhören und Aufnehmen fremder Gespräche grundsätzlich ohne Einwilligung aller daran Beteiligten verboten. Man darf auch eine verschlossene Schrift oder Sendung nicht öffnen, um von ihrem Inhalt Kenntnis zu nehmen, wenn man dazu nicht berechtigt ist, und solche natürlich auch nicht verbreiten oder ausnützen. Nicht strafbar macht sich aber, wer als Gesprächsteilnehmer oder Abonnent eines beteiligten Anschlusses Fernmeldegespräche im Geschäftsverkehr aufnimmt, welche Bestellungen, Aufträge, Reservationen und ähnliche Geschäftsvorfälle zum Inhalt haben (Art. 179 Quinquies des Schweizerischen Strafgesetzbuches; StGB). In den übrigen Fällen ist nur bei einem so genannten Beweisnotstand unter Umständen gerechtfertigt, gegen Strafbestimmungen zu verstossen. Diese Frage muss dann aber ganz genau geprüft werden, bevor man solche Handlungen vornimmt. Der Schweizer Rechtsanwalt Pedolin berät Sie gerne in dieser wichtigen Frage der Beweismittelsicherung.
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