Unwissen schuetzt vor Strafe nicht, vor allem nicht bei Fussgaengerstreifen

Publiziert am 8. Juli 2014 von RA Pedolin

Wie oft kommt es vor, dass ein Automobilist einen Fussgängerstreifen übersieht, vor allem nachts und auf unbeleuchteten Strassen. Da steht dann der Fussgänger hoffentlich noch wartend auf dem Trottoir. Sorry, übersehen. Oder man überholt Kinder, welche nebeneinander mit dem Fahrrad fahren und ist wütend auf diese und gefährdet sie dann aber, weil es wenig seitlichen Abstand beim Überholen hat und sie plötzlich ausschwenken.

Im Strassenverkehr herrscht das Vertrauensprinzip, wonach grundsätzlich jeder Verkehrsteilnehmer darauf vertrauen darf, dass sich alle anderen an die Strassenverkehrsgesetzgebung halten. Besondere Vorsicht schreibt der Gesetzgeber in Art. 26 Abs. 2 SVG aber gegenüber Kindern, gebrechlichen und alten Leuten vor, ebenso wenn Anzeichen dafür bestehen, dass sich ein Strassenbenützer nicht richtig verhalten werde.

Insbesondere bei Kindern braucht es demnach keine konkreten Anzeichen dafür, dass sie sich unkorrekt verhalten würden, damit ist vielmehr von Gesetzes wegen immer zu rechnen. Die Fahrweise in der Nähe von Kindern oder an Orten, wo mit Kindern zu rechnen ist (Schulen, Wohnquartiere) ist also immer an diese Vorschrift anzupassen, das heisst Geschwindigkeit senken, Bremsbereitschaft erstellen und vermehrte Aufmerksamkeit auf die Kinder richten. Wer mit 50 km/h auf einen Fussgängerstreifen innerorts, insbesondere in der Nähe von Schulen, zufährt, riskiert also bereits eine Verkehrsregelverletzung zu begehen.

Gerne wird als Entschuldigungsgrund, wenn etwas passiert ist, vorgetragen, dass man nicht ortskundig war und den Fussgängerstreifen beispielsweise nicht gekannt habe. Oder man sei gerade durch etwas Anderes abgelenkt gewesen. Oder eben die Kinder hätten sich unberechenbar verhalten. Das zählt alles nicht als Entschuldigungsgrund, sondern kann die Strafe unter Umständen noch erhöhen. Innerorts ist mit Fussgängerstreifen immer zu rechnen, in Wohnquartieren immer mit Kindern, welche sich unkorrekt verhalten.

Wer die Regeln grob verletzt, muss mit einer Mindestentzugsdauer des Führerausweises von drei Monaten rechnen, im Wiederholungsfall 6 oder gar 12 Monate (Art. 16c Abs. 2 SVG). Hinzu kommen eine saftige Busse und ein Eintrag im Strafregister.

Es lohnt sich deshalb immer, innerorts die Geschwindigkeit anzupassen und sich nicht ablenken zu lassen. Man kommt auch dann noch rasch genug ans Ziel. Gute Fahrt!

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