Selten befasst sich jemand professionell mit diesem Thema. Einige lesen vieles in den Zeitungen wie dem Beobachter. Und andere sind zum erstem Mal mit dem Thema konfrontiert. Sie wissen, dass sie etwas in Bezug auf die Vorsorgeregelungen machen wollen, damit sie für die Zukunft bestmöglich vorbereitet sind, fühlen sich aber völlig überfordert und wissen nicht mehr, was wie und wo. Ich habe deshalb versucht, dieses Thema vereinfacht, übersichtlich und strukturiert dazustellen.

Warum sind diese Dokumente notwendig?

Generalvollmacht

Diese ermöglicht es Ihrem Ehepartner, Ihren Kindern oder anderen Vertrauenspersonen, Sie rechtsgültig gegenüber Dritten zu vertreten und verschiedene Aufgaben für Sie zu erledigen, wie zum Beispiel das Abholen Ihrer Post oder die Kommunikation mit Behörden.

Vorsorgeauftrag

Hierbei geht es darum, sicherzustellen, dass die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) bestmöglich keinen Berufsbeistand anordnet, falls Sie dauerhaft nicht mehr in der Lage sein sollten, für sich selbst zu sorgen. Mit dem Vorsorgeauftrag legen Sie fest, dass die von Ihnen gewählten Personen sich um Sie kümmern und Entscheidungen für Sie treffen können, ohne dass die KESB sich unmittelbar einmischt.

Ehe-, Erb- und Erbverzichtsvertrag

Das Ziel dieses Vertrages ist es sicherzustellen, dass im Todesfall des einen Ehepartners, der überlebende Ehegatte das gesamte Vermögen erhält bzw. behalten kann. Dies soll garantieren, dass der überlebende Ehegatte genug Vermögen hat, um beispielsweise im Haus wohnen bleiben zu können.

Wann treten die Regelungen in Kraft?

Generalvollmacht

Die Generalvollmacht wird sofort nach der Unterzeichnung wirksam und ermöglicht es dem oder den Bevollmächtigten, im Namen des Vollmachtgebers zu handeln.

Vorsorgeauftrag

Dieser tritt nur bei dauerhafter Urteilsunfähigkeit in Kraft, zum Beispiel bei schwerer Demenz. In einem solchen Fall kann die von Ihnen festgelegte vertrauenswürdige Person Entscheidungen für Sie treffen.

Ehe-, Erb- und Erbverzichtsvertrag

Dieses Dokument wird erst nach dem Tod eines Ehepartners wirksam und legt fest, wie das Vermögen aufgeteilt wird.

Warum sind diese Dokumente oft so umfangreich?

Ich verstehe vollkommen, wenn man sich von der Fülle der Regelungen überwältigt fühlt. Das ist nachvollziehbar.

Die umfangreiche Gestaltung der Dokumente hat jedoch einen guten Grund: Sie soll uns auf alle möglichen Unwägbarkeiten der Zukunft vorbereiten.

Es soll sichergestellt werden, dass in allen möglichen Situationen, die das Leben für einen bereithalten könnte, Vorsorge getroffen ist. Dadurch vermeidet man mögliche Lücken, die später zu Missverständnissen oder gar zu rechtlichen Streitigkeiten führen könnten.

gian.pedolin@schweizer-rechtsanwalt.com
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