Die nachfolgenden Bemerkungen ersetzen keine individuelle Beratung. Sie sind aus Verständniszwecken vereinfacht dargestellt und nehmen keine Vollständigkeit in Anspruch.

Der Text beschreibt die Geschichte von Helene und Markus, die nach einer Scheidung eine neue Beziehung eingehen und sich gegenseitig als Erben in ihren Testamenten einsetzen.

Ein Gespräch mit mir als Rechtsanwalt öffnet ihre Augen für mögliche Risiken und Unsicherheiten im Zusammenhang mit Testamenten.

Ich empfehle ihnen, anstelle von Testamenten einen Erbvertrag abzuschliessen, da dieser bindend ist und alle Eventualitäten abdeckt.

Helene und Markus entscheiden sich schliesslich für den Abschluss eines Erbvertrags, um ihre Zukunft abzusichern.

Der Text betont die Notwendigkeit, sich auf die dunklen Seiten des Lebens vorzubereiten und den Mut aufzubringen, sich diesen Herausforderungen zu stellen.

Ich stelle immer wieder fest, dass die Menschen sich in eine falsche Sicherheit wiegen. Nicht, weil sie die dunklen Wolken nicht sehen wollen, sondern weil sie die Gefahren nicht sehen können, welche das Leben ihnen bieten kann. Ich male in den nachfolgenden Zeile eine etwas dramatisierte Version eines möglichen Verlaufs ab, um durch diese deutlich zu machen, worum es geht und weshalb es dringend notwendig sein kann, anstelle von Testamenten einen Erbvertrag abzuschliessen.

Die (dramatische) Geschichte und deren Lösungen

Im Jahr 2023 fand Helene, eine vitale und lebenslustige Frau Mitte fünfzig, nach einer enttäuschenden Scheidung wieder Geborgenheit in einer neuen Beziehung. Ihr neuer Partner, Markus, war ein freundlicher und liebevoller Mann, der ihr die Hoffnung und das Vertrauen in die Liebe zurückgegeben hatte. Sowohl Helene als auch Markus waren klug und vorausschauend. Sie waren sich der Unberechenbarkeit des Lebens bewusst und hatten deshalb einen Vorsorgeauftrag erstellt und je ein Testament verfasst, in dem sie sich gegenseitig als Erben einsetzten. Sie glaubten, sie hätten alle Möglichkeiten bedacht und waren zufrieden mit ihrer Zukunftsplanung.

Doch während eines zufälligen Treffens in einem Café veränderte ein Gespräch mit mir, einem alten Freund und erfahrenen Rechtsanwalt, ihre Perspektive.

Ich hörte von Helenes neuem Leben und ihren Zukunftsplänen und stellte eine Frage, die sie zum Nachdenken brachte:

„Hast du auch an die mögliche Situation gedacht, in der einer von euch aufgrund eines Unfalls, einer Krankheit oder einfach nur des Alters vielleicht dement wird? Und der andere dich verlässt und sich nicht wie vorgesehen um Dich kümmert? Vielleicht eine andere Lebenspartnerin findet? Und du ihn immer noch als Erben im Testament eingesetzt hast und es nicht mehr ändern kannst, weil du gar nichts mehr merkst oder es auch sonst nicht ändern kannst?“

„Oder daran, dass der andere ohne Dein Wissen dich als im Testament eingesetzten Erben entfernt? Oder noch schlimmer, beides macht, dich aus dem Testament als Erben entfernt und dich verlässt, wenn Du es z.B. wegen Demenz nicht mehr merkst?“

Helene schaute mich verblüfft an. Es war offensichtlich, dass sie diese Möglichkeiten noch nicht in Betracht gezogen hatte. Ich erklärte ihr, dass, obwohl sie ein Testament verfasst hatten, das sie als gegenseitige Erben einsetzte, dies jederzeit geändert werden konnte – und ohne dass der andere Partner davon wüsste. Ich betonte, dass, obwohl sie die besten Absichten hatten, sie nicht garantieren konnten, dass die Dinge immer so bleiben würden, wie sie im Moment waren.

So machten wir einen Besprechungstermin ab, an welchem Markus auch dabei sein sollte.

Die kalte Realität hing über dem Gespräch, das ich mit Helene und Markus führte. Sie kamen zu mir, das Lächeln der verliebten Frische noch in den Augen, aber nichtsahnend über die nicht auszuschliessenden Verwicklungen, die sie umgeben könnten, wenn sie die Dinge ihrem Lauf liessen. Ich musste sie aufklären, musste ihnen die düsteren Möglichkeiten vor Augen führen.

Im ersten Szenario könnte zum Beispiel Markus eines Tages, weil er sich neu und heimlich verliebt hat, das Testament ändern und Helene als Erbin entfernen, um die neue Geliebte einzusetzen. Die Wahrheit würde erst nach Markus‘ Tod ans Licht kommen, und Helene würde das Erbe, von dem sie glaubte, es würde sie schützen, verlieren.

Im zweiten Szenario würde das Schicksal eine noch brutalere Karte spielen. Stellen Sie sich vor, Helene wird urteilsunfähig und Markus verlässt sie, weil er von der Situation überwältigt ist oder sie einfach ignoriert. Das Testament bleibt unverändert, Markus bleibt der rechtmässige Erbe, obwohl er Helene in ihrem bedürftigsten Zustand verlassen hat.

Das dritte Szenario wäre das düsterste von allen. Markus könnte das Testament ändern, Helene als Erbin entfernen und seine neue Freundin einsetzen. Dann, wenn Helene dement wird, verlässt er sie. Es wäre nicht nur der Verlust der Liebe, sondern auch des Erbes, das sie in ihrem zukünftigen Leben hätte schützen sollen.

Die einzige Lösung, um solche Unwegsamkeit zu verhindern, ist ein Erbvertrag.

Es ist die einzige Art von Dokument, die alle Eventualitäten abdeckt und sich nicht heimlich ändern lässt. Es ist ein Schutzschild gegen Verrat und Vernachlässigung, eine letzte Verteidigung gegen die brutalen Realitäten des Lebens und des Todes. Helene und Markus würden einen solchen Vertrag gut gebrauchen können. Es ist ein Pakt, der ihren beiderseitigen Respekt und ihre Loyalität gegenüber dem gemeinsamen Vermögen zeigt.

Ich sah das Verständnis in ihren Augen aufblitzen und die Entscheidung formen. Es war eine Entscheidung für die Liebe, aber auch für das eigene Wohlergehen. Es war ein Pakt gegen die dunklen Seiten des Lebens. Sie würden einen Erbvertrag abschliessen und somit den Weg für eine diesbezüglich sichere Zukunft ebnen.

Als wir im Büro sassen, sah ich ihre Gesichter. Zuerst waren sie bestürzt, dann mit Sorge erfüllt, aber als die volle Wirkung meiner Worte in ihre Gedanken sickerte, sah ich Entschlossenheit in ihren Augen. Ich war nur der Überbringer der düsteren Möglichkeiten, doch die Entscheidung, wie sie darauf reagieren würden, lag ganz bei ihnen.

Helene war die erste, die sprach. Ihre Stimme zitterte, aber sie hielt meinem Blick stand. „Also müssen wir einen Erbvertrag abschliessen, um uns gegenseitig zu schützen?“ fragte sie. Ihr Ton liess keine Zweifel zu; sie war bereit, das Notwendige zu tun, um sicherzustellen, dass weder sie noch Markus Opfer der bösen Zufälle des Lebens werden würden.

Ich nickte, ermutigte sie und lobte ihre Entschlossenheit. „Ein Testament kann heimlich geändert werden, Helene. Aber ein Erbvertrag ist bindend. Er bietet euch beiden den Schutz, den ihr braucht.“

Darauffolgend arbeitete ich unter Einbezug von ihnen einen Erbvertrag aus, der ihre Bedürfnisse und Absichten genau widerspiegelte.

Die Unterzeichnung des Erbvertrags und dessen Beurkundung erfolgten dann in einem weiteren Schritt. Geschafft!

Die Geschichte von Helene und Markus ist nicht einzigartig. Jeder kann unvorhergesehene Umstände erleben, und manchmal sind die Menschen, die wir am meisten lieben, diejenigen, die uns am meisten verletzen können. Es ist eine harte Realität, der wir ins Auge sehen müssen.

Monate nachdem Helene und Markus den Erbvertrag unterzeichnet hatten, erhielt ich einen Anruf von Helene. Ihre Stimme klang nicht mehr zögerlich und besorgt, sondern voller Dankbarkeit. „Wir haben endlich ruhige Nächte“, sagte sie, „denn wir wissen, dass wir, egal was passiert, für jede Eventualität vorgesorgt haben. Ich bin froh, dass wir auf den Rat gehört haben.“

Es sind solche Momente, die meine Arbeit als Rechtsanwalt lohnenswert machen. Ich mag den Boten für die harten Realitäten des Lebens spielen, aber ich bin auch derjenige, der Menschen hilft, einen Pfad zur Sicherheit und zur Erhaltung des Friedens zu finden. Ein Erbvertrag ist nicht nur ein juristisches Dokument, es ist ein Bekenntnis zu Fürsorge, Loyalität und gegenseitigem Respekt.

Helene und Markus haben die dunklen Möglichkeiten, die ihnen bevorstehen könnten, mit offenen Augen gesehen und haben sich entschieden, aktiv zu werden und zu anerkennen, dass niemand die Zukunft sicher voraussehen kann. Sie haben mutig einen Schritt in Richtung Sicherheit und Friedenserhaltung gemacht.

Die Geschichte von Helene und Markus ist eine von vielen, die ich in meiner Laufbahn als Rechtsanwalt erlebt habe. Jede Geschichte ist einzigartig, aber alle haben eine gemeinsame Lektion: die Notwendigkeit, sich auf die dunklen Seiten des Lebens vorzubereiten und den Mut aufzubringen, sich diesen Herausforderungen zu stellen. Ein Erbvertrag zum Beispiel ist ein kraftvolles Werkzeug, das uns dabei hilft.

Was kann Rechtsanwalt und öffentliche Urkundsperson Pedolin für Sie tun?

Durch Helenes und Markus’ Geschichte haben wir gesehen, dass sie durch einen Erbvertrag ihre gegenseitigen Absichten festlegen und schützen konnten, selbst in den düstersten Szenarien. Ein Erbvertrag ist nicht nur ein rechtliches Dokument, sondern auch ein Ausdruck von Fürsorge und Respekt gegenüber dem Partner.

Letztlich geht es darum, aktiv zu werden, Verantwortung für unser eigenes Leben zu übernehmen und die notwendigen Schritte zur Sicherung unserer Zukunft zu unternehmen. Die Zukunft mag unsicher sein, aber mit der richtigen Planung und dem Mut zur Auseinandersetzung mit schwierigen Themen können wir ihr mit grösserer Ruhe entgegensehen.

Rechtsanwalt Pedolin hilft ihnen gerne bei der Erstellung eines Erbvertrages und dessen Beurkundung.

Nehmen Sie unverbindlich Kontakt auf, um zu besprechen, was Rechtsanwalt Pedolin für Sie tun kann.

gian.pedolin@schweizer-rechtsanwalt.com
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